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26.01.21

Why John Bonham would have been a great setter

 How can Volleyball setters learn from John Bonham?



An interesting YouTube video shows a delightful explanation of why John Bonham not only has been a great drummer, but a revolutionary rock and roll musician. Setters in Volleyball should learn a lesson from him.

John Bonham keeps the rhythm, plays off-beats, plays "noiseless notes", is unpredictable but is
reliable nevertheless ("the music is not in the notes, but rather in between").
Of course, a setter in Volleyball has to be proficient in technical skills. Virtuosity on the other hand is
more than always playing the ball at the peak point, having short contact with the ball, having a
correct position in relation to the ball and tamely playing the ball from a neutral position.
So then, exactly what should a setter be able to do?
Tactically he has to have "gut instincts" about the attack efficiencies of his attackers and the
capabilities of the opponents block, to choose the right set. At the end he is accountable for the
attack of his team being better than with another setter. That does not mean however, that he is
always setting his attacker against a single block, but certainly maybe part of it.
He has to camouflage and deceive.

And what does he not have to do in my opinion?
He certainly does not have to set every ball at the peak point, he definitely does not always have to
have a short touch on the ball and he does not always have to camouflage.

Once one can achieve that, what else does it take to be considered world class? To be a genius, a setter has to be able to do much better – he has to be able to play off-beats, means to find different timings – play one set at the peak of the curve with fast fingers or play a delayed one with long contact. Best to play both in combination, like a 3m shoot with fast contact followed by an overload with extended contact between fingers and ball. With the "long" time he grants time for the opponents block to fall for the trick.

He has to adopt the speed and the different timings to the rhythm of all attackers and use them at
the exact location and point in time regardless. Despite his off-beats he must not lose the basic
rhythm of his own play, otherwise his error rate will increase. At the same time he has to find new
beats and off-beats against every opponent to stay non-predictable and unevaluable.
At the end he has to find back to the rhythm of his teammates, exactly like the drummer finds back
to the rhythm of his lead guitarist.

Listeners to the music of Led Zeppelin, in the same way as spectators of great Volleyball setters like
Grankin, Bruno, De Cecco, will recognize the change of rhythm and timing by intuition only, rather
than by listening/observing, without understanding why. After all that's what good music is about.
I think John Bonham might have become a great setter ...

In my opinion there is not enough importance attached to such skills during the education of young
players. The classic craftsmanship "playing in harmony / in beat" is the main focus of training. At the
end we have good, solid players, but no virtuously playing drummers ... sorry: setters.
(Translation by "Much" Mattes)

29.08.20

Was macht die weltbesten Trainer aus?

 


Welche Charakteristika ein Trainer braucht, um in die Elite zu kommen, hat James Vaughan in einer Studie an der Universität in Queensland untersucht (www.playerdevelopementproject.com). Ich fasse den längeren Text für euch kurz und versuche die wichtigsten Punkte zu beschreiben:

-Die besten Trainer der Welt lesen viel. Damit ist nicht der Sportteil der Bildzeitung unter ein Fußballmagazin gemeint, sondern wissenschaftliche Artikel aus den Themen Sport, Bewegung, Psychologie und jeweils Daten aus dem Spezialgebiet (der Sportart selbst). Mit "Lesen" kann in der heutigen Zeit auch hören oder die Teilnahme an Fortbildungen etc. gemeint sein. Damit im Zusammenhang steht die Fähigkeit, die sehr Komplexen Inhalte in einfache und verständliche Sätze umzuwandeln. Diese Fähigkeit fällt unter den Bereich Kommunikationswissenschaften.


-Die besten Trainer der Welt haben viel Zeit geopfert um sich selbst kennen zu lernen. Im weiteren Schritt bleiben sie immer offen für weitere Veränderungen - von sich selbst, den Umständen, der Zeit und des Fortschritts. "Wer aufgehört hat etwas zu lernen, hat aufgehört gut zu sein"- keine Ahnung wer das gesagt hat, aber es passt als Zusammenfassung : )


-Die besten Trainer der Welt unterscheiden sich oft von den Kollegen durch einen sehr hohen emotionalen Intelligenz-Quotienten (EQ - emotional Intelligence). Dieser beinhaltet die Fähigkeit die Athleten zu kennen bzw. sie besser kennen zu lernen und somit individueller zu agieren. Hier fällt zum einen die Fähigkeit der Empathie ins Gewicht aber auch die Forschung und das Wissen im Bereich Klein-Gruppen-Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Motivation und "human developement". Die meisten  Elite-Trainerpersönlichkeiten werden beschrieben als "helfende Personen"-die Spieler haben das Gefühl, dass der Trainer an ihnen persönlich (als Individuum und nicht als Profi) arbeitet. Die meisten Trainer sind verheiratet und nicht geschieden. 

07.11.19

Spezifität und seine Missverständnisse

Ein kontroverses Thema im Sport-und so auch im Volleyball- ist alles was sich um "Spezifität" handelt. Hier kommt es zu vielen Missverständnissen. US-Forschungen im Bereich Motor-Learning beweisen, dass man eine Sportart spezifisch trainieren muss, um darin besser zu werden.


Das heißt so viel wie: Durch Volleyaball wird man am schnellsten im Volleyball besser. Ist natürlich plausibel und in einer künstlichen Testreihe unwiderlegbar. Als Beispiel im Volleyball wird dabei Baggern gegen eine Wand im Vergleich zum Baggern eines über das Netz fliegenden Balles genommen. Ziel ist die Annahme-Qualität. Dies bringe nichts für die Annahme, da wichtige Faktoren (Ballflug, Netz, Antizipation) nicht vergleichbar wären.

Gut wäre, wenn dieses Ergebnis dazu führt, dass alle Volleyballtrainer sich überlegen, ob ihre Übungen auch wirklich der beste Weg sind, um eine bestimmte Sache zu verbessern. 
Schlecht wäre, wenn man nicht zwischen Niveaus und Altersgruppen unterscheidet, um ein Urteil über eine Übung zu fällen. Übungen können für kleine Kinder absolut volleyballspezifisch sein und für fortgeschrittene Spieler zu wenig spezifisch.

Die Ergebnisse auf eine komplette Sportwelt zu übertragen ist zwar im Grunde richtig, die Interpretation der Ergebnisse ist aber leider oft irreführend. Es geht so weit, dass in manchen Foren Trainer behaupten, Beachvolleyball zu spielen bringe nichts für Hallenvolleyballer. Versteht mich nicht falsch. Dass Hallen-Nationalspieler das ganze Jahr Hallenvolleyball spielen sollten, finde ich plausibel. Aber für alle Anderen ist das psychologisch und somit auch motorisch langfristig ein zu eintöniger Trainingsreiz. Volleyball hat viele schlechte Voraussetzungen. Aber eine geniale Eigenschaft ist die wunderbare Vielfalt der äußeren Gegebenheiten. Es wäre dumm, dies nicht zu nutzen.
"Spezifisch" heißt so viel wie "charakteristisch". Das bedeutet, dass wichtige Punkte im Spiel erhalten bleiben müssen. Im Beachvolleyball wird über ein Netz gespielt, es wird gebaggert, gepritscht, gestemmt, angegriffen, gesichert, verteidigt etc. ... NATÜRLICH ist das spezifisch für die Spielfähigkeit (die wichtigste aller Fähigkeiten). Auch wenn der Ball nicht genau der selbe, der Untergrund anders und das Feld kleiner ist. Ja, manchmal bläst auch etwas Wind. Natürlich lernt jemand der Beachvolleyball lernt auch Volleyball. Andersrum sehe ich mehr Schwierigkeiten. Und zwar dann, wenn jemand im Hallenvolleyball sehr spezialisiert auf seiner Position agiert.Aber dennoch sehe ich einen gewissen Transfer.
Ob etwas 100% spezifisch ist oder nur 60%, ist nicht der alles entscheidende Faktor in einem Sportspiel. Ansonsten würde man in der Halle nur 6 vs 6 spielen (das mag für den absoluten Hochleistungsbereich sogar möglich sein). Dann kann man aber kaum aus seinem aktuellen Trainingslevel raus. Wenn wir uns beispielsweise an andere Geschwindigkeiten gewöhnen wollen, müssen wir Übungen erstellen, die höhere Geschwindigkeiten auf den Ball bringen als wir in unserem spezifischen Trainingsspiel schaffen. Vor allem im unteren und mittleren Leistungsbereich ist es schwer, Situationen im Training zu schaffen, wie sie nur 1-2 Ligen höher vorkommen. In so einem Fall muss man auch mal ein paar Prozentpunkte an Spezifität aufgeben.
Trotz meiner Abschwächung dieser Spezifitäts-Philosophie, sollte man als Trainer immer im Hinterkopf behalten, für was man eigentlich trainieren will; in was man besser werden will. Meistens denkt man zu kompliziert. Wenn man Annahme trainieren will, und man kann bereits frontal und seitlich baggern, macht es Sinn einen Aufschlag zu machen und nicht gegen die Wand zu baggern.

Wenn man aber noch gar nicht baggern kann, macht es Sinn auch mal an einer Wand zu üben. Wenn man Surfen lernen will, macht es ja auch Sinn, wenn man davor Schwimmen lernt. Auch wenn es nicht spezifisch für das surfen ist.
PS: Da das gegen eine Wand baggern in der Motor-Learning Studie als so schlecht dargestellt wird: Ferdinand Tille, einer der besten Deutschen Liberos, hat als kleines Kind immer auf sein Hausdach gebaggert. Er hält das heute noch für das spezifischere Annahmetraining als Fernsehen ; )

01.09.19

Regeländerungen im Volleyball?


Kürzlich hat sich Hugh McCutcheon dazu geäußert, was er am Volleyball ändern würde. Wer das ist? Das ist der ehemalige Nationaltrainer der USA. Hier kurz seine Änderungsvorschläge:

1. Obere Annahme verbieten, damit Trainer mehr auf Float Service umstellen anstatt Sprung und somit weniger Aufschlagfehler passieren

2. Den Tip (Legen) mit der offenen Hand verbieten, damit sich Spieler andere Lösungsmöglichkeiten einfallen lassen

3. Alle Doppelkontakte (unsauberes Spiel) erlauben-aber keine "gehobenen Bälle"

Zu 1.:

Mark Lebedew (australischer Nationaltrainer) findet das keine gute Idee, da er der Meinung ist, ein Sprungaufschlag hat seinen eigenen Reiz und Unterhaltungswert für das Spiel - auch wenn dabei mehr Fehler passieren.

Ich glaube schlichtweg nicht, dass diese Regeländerung den gewünschten Effekt nach sich zieht. Zu glauben, dass dann alle auf Float umsteigen ist ein Trugschluss. Man hat schon oft im Volleyball Regeln geändert um etwas bestimmtes zu bewirken. Es hat so gut wie nie funktioniert.

2. Das "Legen" verbieten. Es wäre ein Ansatz um das Spiel fairer zu gestalten. Da bei dieser Art Angriff der Spielraum der Regelauslegung zu schwierig für das Schiedsgericht ist. Kurzum: es wird mal so und mal so entschieden bei strittigen Bällen. Aber muss eine Sportart 100% fair sein? Hat das nicht einen gewissen Reiz? Ich meine schon.

3. Ich bin 100% der Meinung, dass man keinen Vorteil hat, wenn man einen Ball unsauber ("2-mal") spielt. Somit gibt es in der Tat keinen wirklichen Grund für diese, den Zuschauer störende, Regel.